Vortragsreihe Globalisierung Juni 2007
Globalisierung gestalten

Vortragsreihe_mittel Wir wirtschaften unsere eigene Lebensgrundlage - die Natur - zugrunde, erzeugen durch eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in und zwischen den Ländern immer größere Spannungen und betreiben bereits Entwicklungshilfe, die in die Abhängigkeit und Armut führt. Der Ausgang ist unsere Zukunft, der Zugang die Globalisierung. 
 
Die Vortragsreihe „Globalisierung gestalten“ widmet sich seit Juni 2004 mit verschieden Beiträgen herausragender Personen diesem Themenkomplex.  
 
Die Schirmherrschaft für diese Vortragsreihe übernimmt Frau Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Wieczorek-Zeul.

Alle Vorträge sind stets kostenfrei und für jeden Interessierten gedacht. Somit sind Sie alle herzlich eingeladen! Ebenfalls hinweisen möchten wir auf die ökologische Filmreihe unseres Mitveranstalters der Vortragsreihe der Global Marshall Plan Hochschulgruppe.
 
 

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 Unsere Referenten:

 

 
Näheres zum Projekt erfahren sie hier

   

Sonderveranstaltung Herr Muhammad Yunus, Herr Eduardo Suplicy

06. Juni. 2007, 12 Uhr im AudiMax

Durch technologischen Fortschritt, Arbeitsteilung und Spezialisierung sind Produktivität und Wohlstand in den vergangenen zwei Jahrhunderten weltweit gewachsen. Durch Macht und Ausbeutung jedoch profitieren nicht alle Menschen von diesem Fortschritt.

Sowohl in den ärmsten Ländern der Erde als auch in den Industrienationen werden Menschen systematisch von der Möglichkeit zur Initiativentfaltung und Teilhabe am Wohlstand ausgeschlossen. In den ärmsten Ländern geschieht dies durch einen Teufelskreis von Wucherkrediten und wirtschaftlicher Unselbständigkeit. Dieser wird durch die Kleinkreditpolitik der Grameen Bank wirkungsvoll durchbrochen

In den Industrienationen werden immer mehr Menschen von aktiver Teilhabe ausgeschlossen, wenn Teile der Arbeit automatisiert werden und nicht-automatisierbare Arbeit – z. B. Familienarbeit, Erziehung, Bildung, Wissenschaft, Pflege – finanziell nicht ausreichend ermöglicht wird. Menschliche Arbeit wird zunehmend als Produktionsfaktor ersetzt. Wenn Sie nicht in ähnlicher Weise als Einkommensfaktor ersetzt wird, droht den von der Arbeit „befreiten“ Menschen Armut. Das Grundeinkommen durchbricht diesen Teufelskreis und stellt den technologischen Fortschritt in den Dienst aller Menschen. 

Gemeinsam können Mikrokredite und Grundeinkommen die sozialen Verwerfungen weltweit heilen und zu einer Welt in Frieden und Wohlstand beitragen. 

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Herr Armin Pongs  "In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?"

12. Juni. 2007, 19 Uhr im NTI Hörsaal

Auf dem Weg zu einem neuen Gesellschaftsvertrag 

Die Gesellschaft ist im Umbruch. Wir sind Zeugen eines tief greifenden Strukturwandels: Steigende Arbeitslosigkeit, demografischer Wandel sowie weltweite wirtschaftliche Krisen und ökologische Katastrophen kennzeichnen unsere Zeit. Globale Risiken überfordern nationale Regierungen. Traditionelle Bindungen, die dem Einzelnen einst Geborgenheit gaben, lösen sich auf. Das soziale Netz hält nicht mehr und immer mehr Bürger verlieren ihre Arbeit. Existentielle Fragen drängen sich auf: Wie soll es weitergehen? Wie können Menschen sinnvoll leben, auch wenn sie keinen Arbeitsplatz finden? In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Der Vortrag gibt Denkanstöße, wie wir mit den Herausforderungen und Problemen der Zeit umgehen können. Es werden die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten dreißig Jahre skizziert, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge dargestellt und Reformvorschläge unterbreitet. Eine Antwort auf die drängenden Fragen unserer Zeit gibt das Konzept des Grundeinkommens. Eine Reformidee, die den Unternehmensstandort Deutschland sichern hilft, den Reichtum in unserer Gesellschaft gerechter verteilt, Kinder und Bildung aufwertet und sich von der Vorstellung verabschiedet, dass es bezahlte Erwerbsarbeit für jeden gibt.

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Herr Prof. Götz W. Werner "Lernen lernen durch Einsicht - Die Konsumsteuer als Steuer der Gobalisierung"
 
13. Juni 2007, 19.30 Uhr im AudiMax
 

Hat es unsere Gesellschaft nötig, auch nur einen einzigen Bürger durch das soziale Netz fallen zu lassen?

Unsere Produktivität steigt ständig, nur nehmen wir das schon nicht mehr wahr. Durch unser System der mit hohen Steuern und Abgaben belegten Erwerbsarbeit wird den Unternehmen die Arbeit zu teuer. Deshalb rationalisieren sie und verlagern dabei Arbeitsplätze ins Ausland.

Doch erhalten auch Erwerbslose ein Einkommen, finanziert durch Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten. Alle verlieren dabei Einkommen und soziale Basisleistungen werden für den Einzelnen immer kleiner.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen, bei dem die heute bestehenden sozialen Transfersysteme zusammengelegt werden, kann das ändern. Dann kann jeder, frei von grundlegenden Existenzsorgen, als freier Bürger tätig werden. Viele neue Initiativen werden entstehen. Viele Menschen werden den Sinn in ihrer Arbeit wieder entdecken. Denn niemandem ist verwehrt, über das bedingungslose Grundeinkommen hinaus weiteres Einkommen zu erzielen, nur der Zwang fällt weg.

Grundlage ist die schrittweise Umgestaltung unseres Steuerwesens in Richtung Verbrauchssteuern. Die Vorteile: Wer weniger verbraucht, zahlt auch weniger Steuern, wer mehr verbraucht, höhere und mehr. Der Bürger muss keine Steuererklärung mehr ausfüllen. Bezahlt wird, wo konsumiert, wo verbraucht wird.

Ein Teil der heute mehr als 720 Milliarden Euro an Sozialausgaben in Deutschland kann schon durch den Wegfall der Verteilungsbürokratie eingespart werden.

Das Wichtigste aber ist, dass damit ein leistungsfähiges Gemeinwesen für alle Bürger entsteht, in dem es keine Verlierer mehr gibt. Dafür wird es freie und selbst bestimmte Menschen geben, die Arbeit nicht mehr als Last, sondern als Chance verstehen.

 
 
Frau Nancy Wimmer  "How innovation created a microfinance movement"
 
14.Juni 2007,  19 Uhr im Jubez
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Der moderne Mikrokredit ist eine Innovation made in Bangladesh. Vor 30 Jahren hatte Muhammed Yunus die Idee, eine völlig neue Form des Bankings zu entwickeln. Seine Grameen Bank (Dorfbank) zielte nicht darauf ab, das kommerzielle Bankwesen an eine neue, ländliche Klientel anzupassen. Vielmehr dachte Yunus radikal um and ermöglichte damit Unternehmertum auch für die Ärmsten der Gesellschaft.

Mikrokredite unterstützen Mittellose, die für ein normales Darlehen keine Sicherheiten vorweisen können. Ohne diese Hilfe wären sie auf skrupellose Geldverleiher angewiesen, die sie ausbeuten. Heute gibt es nahezu in allen Entwicklungsländern Anbieter von Mikrokrediten und die Bewegung hat sich mittlerweile zu einer millionenschweren Industrie entwickelt.

Das Bemerkenswerte an Grameen ist allerdings nicht nur die Entwicklung einer völlig neuen Art von Finanzdienstleistungen für Mittellose. Viel interessanter sind die innovativen Fortschritte, die seit 30 Jahren aus dieser Idee resultieren: die Revolution des Mikrofinanzwesens hat erst begonnen!

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Herr Dr. Eike Messow  "Eine neue Weltsprache: Kooperation"
 
20. Juni 2007, 19 Uhr im NTI Hörsaal
 
Wir lesen, hören und wissen, dass es in die Zukunft nur gemeinsam oder gar nicht geht. Das System Erde ist komplex, global und vernetzt. Unternehmen organisieren sich dezentral und flexibel, Forschung und Wissenschaft arbeiten interdisziplinär und international, Bürgergesellschaften suchen neue Wege des Miteinanders, Politiker nach Rahmenbedingungen, die alle befriedigen.
 
Doch wie kommen wir in einer Welt, die über die letzten Jahrhunderte vor allem auf Individualismus und Wettbewerb gesetzt hat, dorthin? Wir müssen Neues lernen und dazu gehört vor allem eines: kooperieren zu können. Denn gemeinsames Handeln gelingt nur, wenn man weiß, wie es funktioniert.
 
Wir stehen damit noch am Anfang, aber es gibt sie, die ersten Methoden und guten Beispiele. Jetzt müssen sie sich verbreiten, wie einst die Schriftsprache. Und das Beste daran: es macht uns glücklich!
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
Projektleiterin:               Tina Hebes
                                        tina.hebes@aiesec-karlsruhe.de
 
Die Organisatoren: 
 
AIESEC, die größte internationale Studentenorganisation, wurde 1948 von Studenten sieben europäischer Länder mit dem Ziel der Völkerverständigung gegründet. Inzwischen wird sie von 20.000 Studenten in über 90 Ländern vertreten. Weltweit hat AIESEC Bedeutung mit ihrem internationalen Praktikantenaustausch.

Die Global Marshall Plan Hochschulgruppe stellt eine Gruppierung motivierter, tatkräftiger und offener Studenten verschiedener Fakultäten dar. Sie versuchen z.B. durch Vortragsreihen Raum für Diskussionen und Engagement rund um den Themenkomplex Globalisierung, Ökologie und Soziologie zu schaffen. Hierfür suchen sie Sichtweisen, um eine an unsere Zeit angepasste Neuorientierung des Denkens und Handelns in der Gesellschaft zu ermöglichen und voranzutreiben. 
 
Im Rahmen der Sonderveranstaltung arbeiten wir zusammen mit dem interfakultativen Institut für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe.
 
 

 

Bisherige Vortragsreihen zum Thema:



Mitschnitte von allen bisherigen Vorträgen bereitgestellt von der digitalen Bibliothek der Universität Karlsruhe.