AIESEC in Karlsruhe
Projekte | Vortragsreihe Globalisierung Juni 2004 |
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"Globalisierung gestalten" im Juni 2004
Im Rahmen von Vorträgen wollen wir sowohl Studenten an unserer Universität als auch interessierte Karlsruher Bürger dazu einladen, sich näher über Chancen und Risiken der Globalisierung zu informieren.
1) 17.06.2004: Notwendigkeit globaler Rahmenbedingungen
17:30
Uhr Hörsaal 37 (Gebäude 20.40)
Mit dem Zusammenbruch der bipolaren Weltordnung Anfang
der Neunziger Jahre ging die Welt nicht, wie von einigen
Geschichts-Wissenschaftlern behauptet, dem Ende der
Geschichte entgegen. Es wurde viel mehr deutlich, dass
durch die Intensivierung und Beschleunigung grenzüberschreitender
Finanzströme, Kommunikation aber zum Beispiel auch
Schadstoff-Emissionen, kurz den Prozess der Globalisierung
die althergebrachten Instrumente einer weltweiten Ordnungspolitik
nicht mehr ihren Zweck erfüllten.
Die Gesellschaften aller Länder sehen sich heute mit zahlreichen Problemen im ökologischen und sozialen Bereich konfrontiert, die nicht mehr durch Politik und Aktionen auf nationalstaatlicher Ebene gelöst werden können. Welche globalen Institutionen mit welchen Kompetenzen werden gebraucht um Themen wie dem Klimaschutz, der Armut in der Welt aber auch dem internationalen Terrorismus wirksam zu begegnen?
2) 24.06.2004: Klimaschutz
und Zertifikathandel
Christian Güthert
Energie Baden-Württemberg AG mehr zur Person...
18:00 Uhr Hörsaal 37 (Gebäude 20.40)
Spätestens nach dem Katastrophenzenario in "The
Day After Tomorrow" und der Verabschiedung des
Gesetzes zum Emissionshandel im Bundestag sind umweltpolitische
Herausforderungen wieder in das Interesse der Öffentlichkeit
gerückt: Steuert die Menschheit auf eine Klimakatastrophe
zu? Was könnte das Kyoto-Protokoll leisten? Hat
jedes Land das Recht auf gleichen CO2-Ausstoß?
Fragen wie diesen wird in der Veranstaltung nachgegangen..
Die Ausgestaltung des globalen Handels mit Treibhausgaszertifikaten soll einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des Kyoto-Emissionsreduktionsziels leisten. Doch die detaillierte Umsetzung dieses Instruments ist zwischen Industrie und Umweltverbänden heftig umstritten: Wie kann eine gerechte Verteilung von Emissionsrechten aussehen, wird damit ein wirksames Instrument zum Klimaschutz eingeführt oder sind die bisherigen Maßnahmen für ein weltweite CO2-Reduktion unangemessen?
3) 29.06.2004: Int. Organisationen
- Rolle von IWF und Weltbank
Prof. Dr. Kowalski
Professor für internationale Wirtschaftspolitik
am IWW der Universität Karlsruhe mehr zur Person...
Prof. Dr. Radermacher mehr zur Person...
Vorsitzender und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstituts für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) an der Universität Ulm, Mitglied des Club of Rome
15:00 Uhr NTI-Hörsaal (Gebäude 30.10)
Videoaufzeichnung zum Download:
Wann immer über die Probleme der globalen Weltwirtschaftsordnung
diskutiert wird, stehen besonders der Internationale
Währungsfonds (IWF) und die Weltbank als Kernelemente
der globalen Finanzarchitektur und Entwicklungspolitik
im Kreuzfeuer der Kritik: Mit der Formel "Liberalisieren,
Privatisieren, Deregulieren" werden Entwicklungs-
und Schwellenländer unabhängig von ihrer individuellen
Situation zu rigiden Strukturanpassungsprogrammen gezwungen,
die oftmals zum Ruin der lokalen Wirtschaft führen
und zu Gunsten großer internationaler Unternehmen
verlaufen, so der Vorwurf von Wissenschaftlern wie Joseph
Stiglitz, dem ehemaligen Vizepräsidenten der Weltbank,
und Organisationen wie Attac.
In dem Vortrag sollen sowohl die Aufgaben der beiden Institutionen, aber auch deren Entstehung, Zusammensetzung und Kontrolle beschrieben werden. Ist diese Kritik der gerechtfertigt? Wie sehen Alternativen zur heutigen Situation aus?
4) 01.07.2004: (Job) -
Offshoring
Dr. Heinz Linß Unternehmensberatung A.T.Kearney mehr zur Person...
18:00 Uhr Hörsaal 37 (Gebäude 20.40)
Videoaufzeichnung zum Download:
Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Offshoring:
Siemens verlagert tausende Stellen seiner Handy-Produktion
nach Osteuropa, SAP entwickelt Software in Indien und
die Buchhaltung für Infineon wird in Portugal erledigt.
Der Trend ganze Produktionsprozesse eines Unternehmens in sogenannte "Billiglohnländer" zu verlagern wird mittlerweile auch von vielen mittelständischen Firmen verfolgt, um so ihre Kosten dauerhaft zu drücken. Die Auslagerung erstreckt sich nicht nur auf Fertigung von H&M-Kleidung und Schuhen von Nike sondern zunehmend auf Berufe die eine hochqualifizierte Ausbildung verlangen und das mit stichhaltigen Argumenten: Ein deutscher Software-Entwickler verdient mehr als neunmal soviel wie sein indischer Kollege. Wie ist diese Entwicklung zu bewerten, was bedeutet sie für das deutsche Bildungssystem und die zukünftige globale Arbeitswelt? Die Organisatoren:
AIESEC , die
größte internationale Studentenorganisation, wurde 1948 von Studenten
sieben europäischer Länder mit dem Ziel der Völkerverständigung
gegründet. Inzwischen wird sie von 20.000 Studenten in über 90 Ländern
vertreten. Weltweit hat AIESEC Bedeutung mit ihrem internationalen
Praktikantenaustausch.
Die Global Marshall Plan Hochschulgruppe
stellt eine Gruppierung motivierter, tatkräftiger und offener Studenten
verschiedener Fakultäten dar. Sie versuchen z.B. durch Vortragsreihen
Raum für Diskussionen und Engagement rund um den Themenkomplex
Globalisierung, Ökologie und Soziologie zu schaffen. Hierfür suchen sie
Sichtweisen, um eine an unsere Zeit angepasste Neuorientierung des
Denkens und Handelns in der Gesellschaft zu ermöglichen und
voranzutreiben.
Mitschnitte von allen Vorträgen bereitgestellt von der digitalen Bibliothek der Universität Karlsruhe. |