| Referenten Vortragsreihe Globalisierung Januar 2006 |
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher im Gerthsen Hörsaal (Geb. 30.21), Universität KarlsruheVorsitzender und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstituts für Anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) an der Universität Ulm, Mitglied des Club of Rome Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher ist promovierter Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler und leitet das "Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung". Er dozierte an verschiedenen Universitäten in den Bereichen Angewandte Informatik, Datenbanken und Künstliche Intelligenz.(1983-1987) 1988-1992 war er Präsident der Gesellschaft für Mathematik, Ökonomie und Operations Research. Seit 1990 ist Herr Radermacher Mitglied in zahlreichen verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und Organisationen, z.B.: der Zukunftskommision Wirtschaft 2000 (1992-1993), dem Auschuß "Forschung und Technologie" der Gesellschaft für Informatik e.V. (seit 1993) u.v.a. Er wurde 1997 in den wissenschaftlichen Beirat der EXPO 2000 GmbH und 1999 in den Bundesfachausschuß "Forschung und Innovation" berufen. „Europa als Wegweiser für eine faire Zukunft“ Europa durchlebt gerade eine sehr kritische Phase: Freihandelszone kontra Wertegemeinschaft. Für viele Menschen auf dem Globus verkörpert Europa die Hoffnung auf eine gerechtere Welt und gleichzeitig – trotz aller Mängel – das erfolgreichste, Frieden und Wohlstand schaffende Modell. Wir Europäer sollten uns stärker unserer globalen Verantwortung stellen. Im europäischen Modell sind bereits viele Lösungsansätze verwirklicht, mit denen die heute lebenden Generationen sich den globalen Herausforderungen stellen können, beispielsweise Kofinanzierung gegen Standards in den EU-Erweiterungsprozessen. Warum sollte dieses Modell nicht in ähnlicher Form auf achtmal so viele Staaten angewendet werden können? Warum sollten wir nicht von der Entwicklungshilfe zu einer Weltinnenpolitik kommen können? Wir freuen uns auf eine spannende Rede und packende Diskussion mit Herrn Prof. Franz Josef Radermacher nach oben
Prof. Dr. Armin Grunwald im Grashof Hörsaal (Geb. 10.91), Universität KarlsruheArmin Grunwald, Jahrgang 1960, hat Physik studiert und 1987 an der Universität Köln in Theoretischer Physik promoviert. Darüber hinaus schloss er ein Studium der Mathematik und Philosophie mit dem Ersten Staatsexamen ab. Anschließend habilitierte er sich an der Universität Marburg im Fach Philosophie mit einer Arbeit über Planungstheorie. Sein beruflicher Werdegang führte ihn von den Systems Research Laboratories über das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (Hauptabteilung Systemanalyse) und die Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates zur Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlichtechnischer Entwicklungen in Bad Neuenahr, wo er ab 1996 als stellvertretender Direktor wirkte. Seit 1999 ist Grunwald Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Forschungszentrums Karlsruhe und in dieser Funktion auch designierter Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung (TAB) beim Deutschen Bundestag. Armin Grunwald ist Verfasser zahlreicher Bücher zu den Themen Technikgestaltung, Technikfolgenbeurteilung und Wissenschaftstheorie. „Innovative Technik für nachhaltige Entwicklung - zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ Es ist nicht zu bestreiten, dass dieTechnik weiter ihren Beitrag zur Entwicklung der Welt und der Menschheit beitragen wird. Doch ist es kein Naturgesetz, diese nicht lenken zu können. Sollten wir unsere technischen Entwicklungen nicht gezielter und bewusster einsetzen als bisher? Technikfolgenabschätzungen mit dem Blick auf den ganzen Lebenszyklus werten deren Risiken z.B. Umweltbelastung, Spätfolgen und Bumerangeffekt bestmöglich aus. Aber auch deren Chancen zu einer nachhaltigen Entwicklung als übergeordnetes gesellschaftliches Ziel werden erörtert. Dabei entstehen Spannungen zwischen Vision und Realität, die es zu erkennen und wenn möglich zu lenken gilt. Mit diesem Vortrag und Beispielen aus Nanotechnologie, Energietechnik und Informationstechnik gewährt Prof. Armin Grunwald Einblicke in die Komplexität der Probleme und zeigt Möglichkeiten unserer Zeit auf. nach oben
Frithjof Finkbeiner im NTI Hörsaal (Geb. 30.10), Universität KarlsruheWährend seines Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Augsburg engagierte sich Frithjof Finkbeiner u.a. bei AIESEC, absolvierte u. a. Auslandspraktika in New York, Lomé, Zürich, Warschau, engagierte sich in Entwicklungsprojekten in Pakistan, Afghanistan, Indien und Tansania und baute mit Freunden die Jugendorganisation Rotaract in Deutschland auf. Am Ende seines Studiums begründete er seine unternehmerische Selbständigkeit im Baustoffbereich. Seit zehn Jahren beschäftigt er sich innerhalb der Zivilgesellschaft mit der Frage, inwieweit die Globalisierung gestaltbar ist. Er half beim Aufbau der Rotarischen Fellowship Bevölkerung und Entwicklung (RFPD), einer Initiative die das menschenwürdige Verlangsamen des Bevölkerungswachstums unterstützt und ist stellvertretender Vorsitzender der deutschen Gesellschaft des Club of Rome. Zusammen mit seiner Frau Karolin und 21 Partnern gründete er 2002 die Global Contract Foundation – Stiftung Weltvertrag und in 2003 die Global Marshall Plan Foundation. Die Global Marshall Plan Initiative steuert er als organisatorischer Koordinator. www.globalmarshallplan.org. „Hat der Einzelne Einfluss auf die Globalisierung?“ Unwissenheit und Ignoranz im Zusammenhang mit Globalisierung, weltweit kurzfristiges Denken in Politik und Wirtschaft, Unilateralismus, Neo-Imperialismus und religiöser Fundamentalismus in den USA, so könnte man die Herausforderungen zusammenfassen, vor denen die Menschheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht. Das „Nein“ Frankreichs und der Niederlande zur Europäischen Verfassung zeigt, dass sich die Bürger Europas angesichts der scheinbaren Machtlosigkeit zurückziehen und aufgeben sich einzubringen.Das jedoch ist nicht angebracht und nicht nötig, ja sogar fatal und sehr gefährlich. Was kann jeder einzelne tun um seiner Stimme mehr Macht zu verleihen? Welche Möglichkeiten gibt es sich zu engagieren? Am Beispiel der Initiative für einen Global Marshall Plan wird Herr Frithjof Finkbeiner Lösungswege vorstellen. nach oben
Prof. Götz Werner im Tulla Hörsaal (Geb. 11.40), Universität KarlsruheGötz W. Werner ist 1944 in Heidelberg geboren. Nach Grundschule, Gymnasium und Handelsschule absolvierte er eine dreijährige Drogistenlehre (1961 - 1964). Es folgte eine Weiterbildung in verschiedenen Handelsunternehmen in Wuppertal, Saarbrücken und Hannover. 1968 tritt er in das elterliche Drogerieunternehmen ein. 1969 - 1972 arbeitet er bei der Drogerie Roth in Karlsruhe bis er 1972 das Drogeriemarkt-Konzept – Selbstbedienung und kompetente Beratung ohne die „Preisbindung der 2. Hand“ – für den Investor entwickelte. Jedoch fand das Drogeriemarkt-Konzept keine Unterstützung. Seit 1973 ist Herr Werner selbstständig. Angefangen hat er mit der Eröffnung des ersten dm-drogerie marktes in Karlsruhe. Zurzeit arbeiten bei dm-drogerie markt in acht Ländern Europas mehr als 23.000 Menschen in ca. 1.650 Filialen zusammen. Sie erzielten im Geschäftsjahr 2004/2005 (30.09.05) einen Umsatz von 3,327 Milliarden Euro. Vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. hat Prof. Werner den ManagerAward 2005/2006 verliehen bekommen. „Gesellschaft unternehmen?! Revolutionär denken und evolutionär handeln“ Fortschritt lässt sich nicht allein auf neue technische Neuerungen reduzieren, sondern erfordert auch gesellschaftliche Innovationen. Nach wie vor kommt dem Unternehmertum eine Initialkraft zur Weiterentwicklung der Wirtschaft zu. Aufgabe und Verantwortung des Unternehmers ist letztlich, das Ganze in den Blick zu nehmen: den wirtschaftlichen Zusammenhang, in dem sich ein Unternehmen einfügt, und die Auswirkungen, die sein Handeln auf Markt, Gesellschaft und Umwelt hat. Social Entrepreneurs sind Menschen, die sich mit unternehmerischem Engagement innovativ, pragmatisch und langfristig für einen bahnbrechenden gesellschaftlichen Wandel einsetzen. Sie wollen die gesellschaftlichen Strukturen verbessern. Sie fragen: Welche Ursachen haben unsere Probleme, welche Lösungsansätze gibt es? Wie kann die Gesellschaft angespornt werden neue Wege zu gehen? Das erfahren wir von Prof. Götz W. Werner, der sich selbst mit seiner sehr erfolgreichen Drogeriemarktkette dm als Social Entrepreneur versteht. nach oben |