Vortragsreihe Globalisierung aktuell

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  1. Schirmherrin Heidemarie Wieczorek-Zeul
  2. Dörte Bernhardt : "Klimazug nach Kopenhagen - Politischer Wille gefordert"

  3. Prof. Dr. Volker Nienhaus : "Islam, Wirtschaftskrise und Entwicklung:
    Sprung zurück ins Mittelalter oder Wirtschaftsmodell der Zukunft?"

  4. Dr. Peter Oberle : "Bau eines unterirdischen Höhlenkraftwerkes zur Trinkwassergewinnung in Indonesien"

  5. Peter Runge : "Afghanistan - Perspektiven für Frieden und Entwicklung" 

  6. Bisherige Vortragsreihen

 

 

 

Vortragsreihe Globalisierung gestalten 2009

Perspektiven der Entwicklungszusammenarbeit

Die Vortragsreihe „Globalisierung gestalten“ widmet sich seit Juni 2004 mit verschieden Beiträgen herausragender Personen diesem Themenkomplex.  

Alle Vorträge sind stets kostenfrei und für jeden Interessierten gedacht. Somit sind Sie alle herzlich eingeladen!    

Entstanden ist diese Vortragsreihe aus der Kooperation zweier Hochschulgruppen (siehe unten) und findet inzwischen schon zum neunten Mal statt.

Mitschnitte von Vorträgen bereitgestellt von der digitalen Bibliothek der Universität Karlsruhe zu bisherigen Vortragsreihen.

 

Schirmherrin Heidemarie Wieczorek-Zeul

Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Schirmherrin der Vortragsreihe

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir leben in einer Welt, die immer schneller zusammenwächst. Diese Entwicklung birgt ein riesiges Potenzial für positive Veränderungen, gleichzeitig aber auch viele Risiken. Gerechtere Gesellschaften, faire Teilhabe, Ideenreichtum, Verantwortungsbewusstsein und Visionen sind dabei ausschlaggebend dafür, ob es gelingt, der Globalisierung ein menschlicheres Gesicht zu geben.


Menschlichkeit bedeutet für unsere Entwicklungspolitik im Rahmen der Globalisierung zweierlei: Zum einen gilt es, die Armut zu bekämpfen und den Frieden zu sichern. Zum anderen bedeutet es, dass Globalisierung kein Automatismus sein kann, sondern ein von Menschen gestalteter Prozess sein muss, von dem alle – und nicht nur einige wenige – Menschen profitieren. Hierfür setze ich mich in meiner täglichen Arbeit als Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ein.


Für die Vortragsreihe wünsche ich ihnen viel Erfolg, interessante Diskussionen und fruchtbare Denkanstöße. Ich möchte Sie auch weiterhin ermutigen, durch zivilgesellschaftliches Engagement auf lokaler Ebene unsere Gesellschaft und die Gobalisierung weiter zu gestalten. Mein Dank gilt der Global Marshall Plan Initiative und AIESEC, die diese Veranstaltungsreihe in Karlsruhe nun schon zum achten Mal ermöglichen.


Mischen Sie sich ein – jede und jeder von Ihnen kann zu einer gerechten Gestaltung der Globalisierung beitragen und wird dringend gebraucht!

 Ihre Heidemarie Wieczorek-Zeul

   

Dörte Bernhardt
"Klimazug nach Kopenhagen - Politischer Wille gefordert"

Di., den 26.05.2009, 19:30 Uhr
Im Grashof-Hörsaal (Geb. 10.91) der Uni Karlsruhe

Das globale Klima prägt die Lebensbedingungen der Menschen und der Natur im Norden und im Süden. Der menschgemachte Treibhauseffekt – verursacht vor allem durch die Lebens- und Wirtschaftsweise der Industrieländer, zunehmend aber auch durch deren Ausbreitung auf die Wohlstandsklasse in Entwicklungsländern – ist als eine der bedeutendsten globalen  Umweltgefährdungen und Entwicklungshemmnisse einzustufen. Die Opfer der erwarteten Auswirkungen sind jedoch primär die Entwicklungsländer und insbesondere deren ärmste Bevölkerungsschichten. Wie kaum ein anderes Phänomen unserer Zeit sind der menschgemachte Treibhauseffekt und seine Folgen daher beispielhaft für die Herausforderungen einer globalisierten Welt. Dennoch kommen die internationalen Klimaschutzverhandlungen im Rahmen der Vereinten Nationen nur langsam voran.

Dörte Bernhardt, aktiv im Vorstand der Nichtregierungsorganisation Germanwatch e.V. wird diskutieren, ob die zentralen internationalen Akteure den politischen Willen aufbringen werden, einen „Green Deal“ zur Rettung der Wirtschaft und des Klimas zu organisieren. Wird es in einigen Monaten in Kopenhagen gelingen, ein ambitioniertes globales Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012 zu erreichen?



 

Prof. Dr. Volker Nienhaus
"Islam, Wirtschaftskrise und Entwicklung:
Sprung zurück ins Mittelalter oder Wirtschaftsmodell der Zukunft?"

Mi., den 27.05.2009, 19:30 Uhr
Im Grashof-Hörsaal (Geb. 10.91) der Uni Karlsruhe

Die wirtschaftliche Rückständigkeit der muslimischen Welt lässt sich kaum bestreiten. Im Kern kann man zwei Gruppen von Erklärungsansätzen für dieses Phänomen unterscheiden: Die erste Gruppe stellt auf Geisteshaltungen ab, die ihren Ursprung in der islamischen Weltanschauung haben und Verhaltensweisen induzieren, die eine wirtschaftliche Entwicklung behindern. Die zweite Gruppe betont institutionelle Faktoren und Defizite, die in einer besonderen historischen Konstellation das Fehlen jener Institutionen erklären können, die für wirtschaftliche Entwicklung unverzichtbar sind.


Doch weder Geisteshaltungen noch Institutionen sind unwandelbar, und ihre gegenwärtige Gestalt ist nicht primär „dem“ Islam zuzuschreiben. Eine Wirtschaftspolitik, die sich stärker an islamischen Prinzipien ausrichtet, könnte im Gegenteil sogar entwicklungsfördernd sein. Mit der Systemkrise der globalen Finanzwirtschaft haben islamische Wirtschaftskonzepte und ein zinsloses Bankwesen als ethisch fundierte Alternativen in den letzten Monaten stark an Attraktivität gewonnen. Damit ist eine Religion zum Hoffnungsträger geworden, die man noch vor wenigen Jahren für einen „großen Sprung zurück ins Mittelalter“ verantwortlich machte.


Prof. Dr. Volker Nienhaus, Präsident der Philipps-Universität Marburg, wird darüber referieren, wo islamische Wirtschaftskonzepte zur Anwendung kommen können und ob die Praxis den hohen Erwartungen an diese Konzepte gerecht werden kann. Zu seinen besonderen Arbeitsgebieten zählen die Wirtschaft islamischer Länder und islamische  Wirtschaftskonzepte. Er beteiligt sich derzeit an Arbeitsgruppen der Islamic Development Bank (Jeddah) und des Islamic Financial Services Board (Kuala Lumpur) zu Fragen der künftigen globalen Finanzarchitektur.


 

Dr. Peter Oberle
"Bau eines unterirdischen Höhlenkraftwerkes zur Trinkwassergewinnung in Indonesien"

Do., den 28.05.2009, 19:30 Uhr
Im Grashof-Hörsaal (Geb. 10.91) der Uni Karlsruhe

Das Karstgebiet Gunung Kidul an der Südküste Javas zählt zu den ärmsten Regionen Indonesiens. Eine der grundlegenden Ursachen hierfür liegt in der Wasserarmut der Region. Das Wasser der Regenzeit versickert rasch, sammelt sich aber in einem Höhlensystem. Auf diese Wasservorräte versucht ein unterirdisches Stauwerk mit integrierter Wasserkraftanlage zuzugreifen, das von den Universitäten Karlsruhe und Gießen in Kooperation mit mehreren deutschen und indonesischen Firmen errichtet worden ist. Die Pilotanlage soll zukünftig die Wasserversorgung von 80.000 Menschen sicherstellen und als Motivation zur Durchführung ähnlicher Vorhaben weltweit dienen. Die Herangehensweise ließe sich auf Karstgebiete in der ganzen Welt übertragen, beispielsweise in Laos, Thailand oder Sri Lanka.


Dr. Peter Oberle vom Institut für Wasser und Gewässerentwicklung der Universität Karlsruhe wird Einblicke in die Vorbereitung und Durchführung sowie besondere Problemstellungen des Projektes geben.

 

Peter Runge
"Afghanistan - Perspektiven für Frieden und Entwicklung"

Fr., den 29.05.2009, 19:30 Uhr
Im Grashof-Hörsaal (Geb. 10.91) der Uni Karlsruhe

Die Krisenregion am Hindukusch kommt nicht zur Ruhe. Die Sicherheitslage für die Zivilbevölkerung und für die Mitarbeiter/innen der internationalen Hilfsorganisationen hat sich dramatisch verschlechtert. Den militärischen Mitteln wurde bisher deutlich Vorrang vor dem zivilen Wiederaufbau eingeräumt. Doch mehr Waffen haben bisher nicht zum Frieden geführt. Im Gegenteil: Je mehr Soldaten nach Afghanistan geschickt wurden, umso schlechter wurde die Sicherheitslage. Nun hat der neue US-Präsident Barack Obama angekündigt, 17.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Der Sieg in diesem Krieg soll eine Priorität seiner Regierung werden. Welche Perspektiven ergeben sich durch den amerikanischen Strategiewechsel für Frieden und Entwicklung in Afghanistan?


Peter Runge, Referent für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe beim Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO), wird die aktuelle Lage aus der Perspektive der in Afghanistan tätigen deutschen Hilfsorganisationen Analysieren.

 

Die Organisatoren:   

AIESEC, die größte internationale Studentenorganisation, wurde 1948 von Studenten sieben europäischer Länder mit dem Ziel der Völkerverständigung gegründet. Inzwischen wird sie von 20.000 Studenten in über 90 Ländern vertreten. Weltweit hat AIESEC Bedeutung mit ihrem internationalen Praktikantenaustausch.

Die Global Marshall Plan Hochschulgruppe stellt eine Gruppe motivierter, tatkräftiger und offener Studenten verschiedener Fakultäten dar. Sie versuchen z.B. durch Vortragsreihen Raum für Diskussionen und Engagement rund um den Themenkomplex Globalisierung, Ökologie und Soziologie zu schaffen. Hierfür suchen sie Sichtweisen, um eine an unsere Zeit angepasste Neuorientierung des Denkens und Handelns in der Gesellschaft zu ermöglichen und voranzutreiben.

 

 

 

Bisherige Vortragsreihen zum Thema:



Mitschnitte von allen bisherigen Vorträgen bereitgestellt von der digitalen Bibliothek der Universität Karlsruhe.